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Schulungs- und Begegnungsprojekt
für seelische Gesundheit

Stellungnahme unseres Schirmherrn Manni Breuckmann:

Die kranke Seele darf keine Tabuzone sein!

So ein wenig kenne ich mich damit aus. Weil mich nämlich Ende der 80er Jahre die Angst befiel. Die nackte Angst, die ich erstmal als körperlichen Schmerz wahrnahm, und die ich später wenigen erklären konnte („Wovor hast du denn Angst?“). Inzwischen habe ich diese Phase der lähmenden Angst dank therapeutischer Hilfe längst überwunden. Die Unterstützung erhielt ich unter anderem im LVR Klinikum in Düsseldorf.
An der Stelle schließt sich der Kreis. Ich möchte mithelfen, dass die Kranken nicht auch noch Angst davor haben müssen, über ihre Ängste und sonstigen seelischen Probleme offen zu sprechen. Es ist ähnlich wie bei den Menschen mit körperlichen Behinderungen: Erst durch den unmittelbaren Kontakt wächst die Chance, die Befangenheit und die Vorurteile abzulegen. Trotz verstärkter Aufklärung - trotz breiter Berichterstattung über den Fall Robert Enke beispielsweise - ist die kranke Seele immer noch eine Tabuzone.
Das zu ändern ist die Gruppe Antistigma Düsseldorf, von einem Krankheits-Erfahrenem gegründet, angetreten. Sie leistet großartige Arbeit, unter anderem durch das Schulungs- und Begegnungsprojekt für seelische Gesundheit. Stigmatisierung bedeutet, jemanden auf Grund einer Eigenschaft oder eines Makels aus der Gesellschaft auszugrenzen. Psychisch Kranke sind aber nicht draußen, sie gehören dazu! Die Mitglieder von Antistigma haben alle ihre Krankheits- und Therapie-Erfahrungen gesammelt. Sie sind ein schönes Beispiel dafür, dass es möglich ist, das Ghetto der eigenen Betroffenheit zu verlassen. Weil ich das so vorbildlich finde, engagiere ich mich und unterstütze Antistigma in der Öffentlichkeit.
In einer Zeit der engen Arbeitsmärkte, des krankmachenden Konkurrenzdrucks und der ausgefahrenen Ellbogen möchte ich Partei für Menschen mit Schwachstellen ergreifen. Weil ich den Wert eines Menschen nicht daran messe, wie reibungslos und effizient er funktioniert. Ich möchte mithelfen, Kontakte herzustellen und Begegnungen zu ermöglichen und zu gestalten. Unsicherheit im Umgang ist auf den ersten Blick verständlich, sie lässt sich aber auch abbauen. Das ist eines der wesentlichen Anliegen von Antistigma Düsseldorf. Ich werbe dafür, die Barrieren zwischen „Kranken“ und „Gesunden“ – manchmal sind die Grenzen fließend! – abzubauen.
  
 

Herzlich Willkommen auf den Seiten der Anti-Stigma-Kampagne Düsseldorf.

Seit Dezember 2003 gibt es in Düsseldorf eine Initiative Psychoseerfahrener, Angehöriger und professionell in der Psychiatrie Tätiger, die es sich zum Ziel gesetzt haben, bei Jugendlichen ein aufgeklärtes und unverkrampftes Verständnis für seelische Erkrankungen zu wecken. Kern des Schul(ungs)projekts ist die direkte Begegnung zwischen Jugendlichen und Menschen, die eine psychische Erkrankung erlebt haben. Im persönlichen Kontakt werden Ängste und Vorurteile abgebaut sowie Wissenslücken geschlossen. Das Projekt wurde angelehnt an das evaluierte Konzept des Vereins , Irrsinnig Menschlich e.V.  der im Frühjahr 2000 in Leipzig gegründet wurde. Der Verein ist Teil des weltweiten AntiStigma Programms, das die „World Psychiatric Association" (WPA), der Weltverband der Psychiatrie, im Jahr 1996 ins Leben gerufen hat. Bisher wurde das Schul(ungs)projekt an 75 Schulen in Deutschland und der Slowakei durchgeführt.

Obwohl das Wissen der Bevölkerung über psychische Krankheiten in den letzten Jahren gestiegen ist, sind negative Einstellungen und Vorurteile gegenüber psychisch Kranken leider immer noch die Regel. Die Vermittlung von Wissen allein genügt dabei jedoch nicht, um Vorurteile abzubauen. Um Einstellungen und Verhalten zu verändern, ist es mindestens ebenso wichtig, Menschen kennen zu lernen, die eine psychische Erkrankung durchgemacht haben. Nur so lässt sich Ängsten entgegenwirken und das vermeintlich Unbegreifbare verstehen. Bei diesem Konzept wurden Erfahrungen aus Kanada und Österreich genutzt. Als dort Ärzte und Psychologen an Schulen über psychische Erkrankungen aufklären wollten, verstärkten sich die Ängste der Schüler. Im Gegensatz da­zu reagierten die Jugendlichen positiv auf die persönlichen Erfahrungsberichte Betroffener. Durch die anschauliche und lebendige Begegnung lernen Schüler, dass es zwischen ihnen und psychisch erkrankten Menschen mehr Verbindendes als Trennendes gibt.

 

 

 

News:
Das Schulungs- und Begegnungsprojekt für seelische Gesundheit sucht dringend Interessierte, die sich engagieren wollen. Bei Interesse freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

Der folgende Film zeigt, warum Antistima-Arbeit eine lohnende Sache ist:

http://youtu.be/L5-U1GZu084